Prellball wird in Deutschland von ca. 10.000 Sportlern aktiv betrieben. Hinzu kommen noch eine Vielzahl 'Freizeitpreller'. Prellball wird in einigen Bundesländern im Schulsport unterrichtet, des weiteren wird es in vielen Turnstunden in vereinfachter Form (umgedrehte Turnbank statt einer Leine, vereinfachte Regeln) gespielt. Außer in Deutschland wird Prellball in Österreich, Schweden und Argentinien gespielt. Hier finden in unregelmäßigen Abständen Ländervergleichskämpfe statt.
Vorteile des Prellballspieles:
Aufgrund der Mannschaftsstärke von 3-4 Spielern werden alle Spieler ständig am Spiel beteiligt
geringe Verletzungsgefahr durch getrennte Mannschaftsfelder
Prellball kann schon auf geringem technischen Niveau gespielt werden. Dennoch bietet es auf höherem technischen Niveau mannschafts- und individualtaktische Finessen an
Prellball kann aktiv bis ins hohe Alter hinein gespielt werden. Der deutsche Turnerbund richtet deutsche Senioren-Meisterschaften in verschiedenen Altersklassen aus
Was ist Prellball?
Spielfeld: Das Spielfeld ist ein Rechteck von 16 m Länge und 8 m Breite, das durch eine Mittellinie in zwei Mannschaftsfelder ( 8 x 8 m) geteilt wird. Hinter den Grundlinien beider Mannschaften befindet sich jeweils ein 50 cm langer Angabenbereich. Über der Mittellinie befindet sich in ca. 40 cm Höhe eine zwischen zwei Pfosten straff gespannte, maximal 5 mm starke Leine.
Ball: Der Prellball ist ein Hohlball mit einer weichen Hülle. Er muss gleichmäßig rund und straff aufgepumpt sein. Das Gewicht liegt bei 350 Gramm, und der Umfang beträgt etwa 65 cm. Jede Mannschaft kann in einer Halbzeit ihren eigenen Ball als Spielball auswählen.
Mannschaften: Zu jeder Mannschaft gehören vier Spieler und zwei Auswechselspieler. Eine Auswechselung ist nach jedem Spielzug möglich, wenn diese beim Schiedsrichter angemeldet ist. Jederzeit müssen wenigstens drei Spieler einer Mannschaft Spielbereit sein. Einer der Spieler ist Mannschaftsführer und damit alleiniger Sprecher der Mannschaft.
Spielzeit: Die Spielzeit beträgt zweimal 10 Minuten. zur Halbzeit werden die Spielfelder gewechselt. Normalerweise erfolgt die Zeitnahme zentral für alle Spielfelder durch die Spielleitung. alleinverantwortlich ist aber der jeweilige Schiedsrichter. So muss durch besondere Unterbrechung verlorene Zeit in der gleichen Halbzeit nachgespielt werden. Entscheidungsspiele laufen über zweimal 5 Minuten. Ist auch dann keine Entscheidung gefallen, wird bis zu einem Unterschied von zwei Gutpunkten weitergespielt.
Prellen: Prellen ist eine Abwärtsbewegung des Balles auf den Boden, wenn der Ball nur kurz mit der Hand oder dem Unterarm berührt wird. Nach der Berührung hat eine deutliche Abwärtsbewegung zu erfolgen. Beim Schlagen muss die Hand grundsätzlich zur Faust geschlossen sein.
Spielverlauf: Jeder reguläre Spieldurchgang beginnt mit einer Angabe und endet mit dem ersten darauf folgenden Fehler. Danach hat die Mannschaft Angabe, die den Fehler machte. Bei jeder anderen Spielunterbrechung wird die letzte Angabe wiederholt. Fehler sind unter anderem das unkorrekte Prellen des Balles, z.B. außerhalb des Spielfeldes, das Betreten der gegnerischen Spielfeldhälfte sowie das Berühren von Leine, Ständer oder Mittellinie, die Ballberührung eines Köperteils, außer des Armes bis zum Ellenbogen. Die Flugbahn des Balles darf nach Verlassen der Faust nicht ansteigen (gestiegener oder gehobener Ball). Der Ball darf die Hallendecke berühren, wenn er nicht direkt danach die Spielfeldhälfte wechselt. Eine Angabe kann jeder Spieler ausführen. Sie erfolgt aus dem Angabenbereich heraus. Der Ball wird bei der Angabe auf den Boden der eigenen Spielhälfte geprellt, die der Spieler aber erst nach dem Schlag betreten darf, und muss dann oberhalb der Leine direkt in die gegnerische Spielhälfte gelangen. Bei jedem Spielzug darf der Ball nur einmal von demselben Spieler und dreimal insgesamt von jeder Mannschaft geprellt werden, bevor er über die Leine in die gegnerische Spielhälfte gelangt. Er darf nur einmal nach jedem Schlag den Boden berühren. Der vom Gegner kommende Ball kann entweder aus der "Luft" oder nach einmaligem Aufspringen im eigenen Feld geprellt werden. Fehler werden jeweils der gegnerischen Mannschaft als Vorteil mit einem Gutpunkt angerechnet. Gewonnen hat die Mannschaft, die während der Spielzeit die meisten Punkte erzielt hat.